Das bringt mich auf die Palme, das Palmöl!

© evarin20 - Fotolia.comHey Folks!

Hier bin ich wieder! Dieses Mal berichte ich euch nur am Rande über meine Kochkünste. Mein heutiger Blog ist einem Rohstoff gewidmet, der aus unserem Alltag kaum mehr weg zu denken ist – dem Palmöl. Warum es mich auf die Palme bringt, erfährst du, wenn du weiter liest.

RSPO_Credit___MPOCPalmöl ist ein ergiebiger und vielseitig verwendbarer Rohstoff. Daher ist er in der Industrie sehr beliebt. Er steckt nicht nur in Süssigkeiten, Fertiggerichten und Brotaufstrichen, sondern auch in Kosmetika und Waschmitteln, ebenso in Biotreibstoffen. Er ist aus unserem Alltag kaum mehr weg zu denken.

Palmölplantagen sind äusserst lukrativ. Die mehrjährige Pflanze kann das ganze Jahr über beerntet werden, da sie in den Tropen wächst. Mit ihr kann – verglichen mit anderen Ölpflanzen – auf derselben Anbaufläche mehr Öl erwirtschaftet werden. So benötigt man für denselben Ertrag an Rapsöl mehr als die doppelte Fläche. Dazu kommt, dass die Produktion des Palmöls aufgrund der Anbauorte, die sich mehrheitlich in Südostasien befinden, deutlich billiger ist als beispielsweise Rapsöl europäischer Herkunft.

Jetzt wunderst du dich sicherlich, warum mich denn das Palmöl auf die Palme bringt? Tja, leider ist das Palmöl kein Allerweltsheilmittel. Auch wenn es ergiebig, vielseitig und lukrativ ist. Die Palmölproduktion wirft einen grossen, unheimlichen und zerstörerischen Schatten auf Natur und Bewohner in den Anbauregionen.

RSPO_Credit___Dr_Asril_Darussamin_RSPODie Palmölproduktion verursacht massive Umweltschäden. So werden entweder ursprüngliche Tropenwälder abgeholzt (meist mittels Brandrodung) oder Torfmoorwälder trocken gelegt. Dadurch werden grosse Mengen Treibhausgase wie Kohlendioxid freigesetzt. Das wirkt sich negativ auf das Klima aus. Vielen sich vegan ernährenden Menschen wie auch der veganen Füxin liegt die Umwelt sehr am Herzen; ich möchte umweltfreundlich leben und Ressourcen schonen. Wir prangern einerseits die Zerstörung des Regenwaldes für die Futtermittelproduktion an – und konsumieren andererseits wohl oft Produkte, die zwar kein tierliches, aber pflanzliches Fett aus Palmöl enthalten und somit genauso aus ökologisch sensiblen Regionen stammen.

orangutan-and-babyDurch den Ölpalmenanbau leidet die Biodiversität. Riesige Waldflächen verschwinden und mit ihnen wertvolle Ökosysteme. Die einmalige Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten ist für immer zerstört. Tiere wie die Orang-Utans gehören zu den stark gefährdeten Arten; sie werden getötet, illegal als Haustiere gehalten oder umgesiedelt. Die Elefanten dringen auf der Suche nach Nahrung in die Plantagen ein und werden gefangen genommen. Auch die Tiger Sumatras sind akut vom Aussterben bedroht. Wenn uns der Schutz der Tiere am Herzen liegt, hört unser Engagement nicht bei der Linderung des Nutztierleides auf, sondern gilt genauso für unsere wild lebenden tierischen Freunde. Diesen Beitrag des SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) mit Hintergrundinfos, was Orang-Utans mit Margarine zu tun haben, empfehle ich euch sehr!

Nicht nur die Natur und Tiere leiden. Auch die Menschen kommen unter die Räder der Palmölproduktion. Soziale Konflikte sind nicht selten, denn Landraub kommt regelmässig und systematisch vor. So werden indigene Völker wie die Papua in Indonesien von ihrem Land vertrieben und verlieren dadurch ihre Lebensgrundlage.

Das bringt mich auf die Palme! Dich auch, oder? Also, was können wir tun, um dieser Entwicklung entgegen zu wirken?

Für die Küche gibt es Alternativen zu Palmöl! Und sogar pflanzliche 🙂

© evarin20 - Fotolia.com

Philip Hochuli verwendet in den Rezepten seines Erstlingswerk „Junge Vegane Küche“ wenn immer möglich neutrale Öle aus Raps oder Sonnenblumen. So entstehen beispielsweise süsse Banenenmuffins, himmlische Schokokuchen und würzige Linzertorten palmöl- und tierleidfrei! Das sind doch good News, oder?

Grundsätzlich lässt sich Margarine (oder auch Butter) durch neutrales Öl ersetzen. Verringere die Menge um 20 bis 30%; also statt 100 Gramm Margarine (oder Butter) verwendest du 80 Gramm Öl. Ich verwende normalerweise Rapsöl aus der Schweiz; so habe ich die lokale Landwirtschaft unterstützt und lange Transportwege vermieden.

Gemäss meiner Erfahrung lässt sich die Margarine nicht in allen Rezepten durch Öl ersetzen. So war mein Selbstversuch beim Zopfbacken nicht schlecht, aber auch nicht überwältigend. Auch mein Kuchenteig hat mich in der Öl-Variante noch nicht überzeugt. Da werde ich weiter tüfteln. Dieses Rezept jedoch hat überzeugt. Und zum Abschluss ein paar erfolgreiche palmölfreie Grüsse aus der Küche:

Wie eingangs erwähnt, befindet sich Palmöl in vielen industriell gefertigten Produkten. Ich habe ein super Hilfsmittel gefunden, das auf einen Blick erkennen lässt, ob das Objekt der Begierde Palmöl enthält – ohne dass du das Kleingedruckte auf der Verpackung lesen (das ist ja erst der Anfang) oder verstehen (das ist viel komplizierter, da für Palmölprodukte verschiedenste Bezeichnungen verwendet werden) musst!

*Trommelwirbel*! Die Codecheck-App für unterwegs oder die Codecheck-Webseite bietet rasch und unkompliziert Hilfe! Und so geht’s: Barcode mit der Handykamera einlesen bzw. auf der Webseite eintippen und sofort informiert sein! Nachfolgend ein Beispiel mit der Margarine, die ich bis jetzt verwendet habe. Du erkennst unter dem Stichwort „Umweltinformationen zu Inhaltsstoffen“, dass dieses Produkt Palmöl enthält. Dasselbe funktioniert übrigens auch mit Waschmittel, Kosmetik, etc.! Echt praktisch, oder?

Codecheck_Actilife-Balance-Margarine

Und wie steht’s um zertifiziertes Palmöl? Das oben gezeigte Produkt enthält neuerdings zertifiziertes Palmöl aus nachhaltiger Produktion (RSPO). Ist das nun besser? Hm. Aus meiner Sicht ist dies leider eher eine Augenwischerei und wirkt als Greenwashing, als dass es wirklich nachhaltig ist. RSPO steht für Roundtable on Sustainable Palm Oil. Dieser runde Tisch wurde 2004 auf Initiative des WWF gegründet mit dem Ziel, nachhaltige Anbaumethoden und umweltfreundliche Palmölprodukte zu fördern. Vertreten sind Produzenten, Verarbeiter, Händler, Banken, Investoren, Umwelt- und Entwicklungsorganisation. Die Organisation vergibt Zertifikate an Unternehmen, die sich an die RSPO-Kriterien und Prinzipien für eine nachhaltige Palmölproduktion halten. So weit, so gut. Was ist denn daran problematisch? Umweltorganisationen prangern diese Zertifikate als Etikettenschwindel an. Denn nachwievor können Urwälder für die Palmölproduktion gerodet werden; zwar vielleicht nicht direkt, aber durch eine Holzfirma, die nach erfolgtem Kahlschlag das Land an einen Plantagenbetreiber verkauft. Aus meiner Sicht ist das zu untransparent. Mir scheint der Verzicht auf Palmöl die sicherste Variante zu sein, die Zerstörung von wertvollen Tropenwäldern und mit ihm ein reichhaltiges Ökosystem nicht weiter voran zu treiben.

RSPO_Credit___Bremen_Yong_RSPO-5

Bist du dabei? Lässt du dich vom Palmöl und den Methoden, wie es zu dessen Anbau kommt, auch auf die Palme treiben? Was unternimmst du? Lass es mich wissen und hinterlasse mir einen Kommentar!

Ach ja, hier habe ich dir übrigens noch einen interessanten Link, mit dem du mehr Informationen zur Ölpalme, ihren Eigenschaften und der Gewinnung des Öls erhältst. Oder hättest du gewusst, dass sich aus der Ölpalme und ihren Früchten zwei verschiedene Produkte gewinnen lassen? Aus dem Fruchtfleisch der Früchte (Mesokarp) wird Palmöl hergestellt; die Samen der Ölpalme lassen sich zu Palmkernöl verarbeiten.

So, nun lasse ich dich zu Taten schreiten und sage dir „Leb wohl“!

Dein VeganFox.

© evarin20 - Fotolia.com

Quellen und weiterführende Informationen:

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2 Gedanken zu „Das bringt mich auf die Palme, das Palmöl!

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