Da ist der Wurm (noch nicht) drin! DIY-Wurmbox – 1. Akt

Hey Folks!

Blog_Wurmbox-Logo1Hui, jetzt hab ich fast die Riesen-Krise geschoben, ich sag euch! Hui, Stärne-Füfi und Potz-Heimatland! Jetzt weiss ich auch, warum meine Wurmbox sooo lange auf ihre Bewohner wartet. Aber heieiei, da bin ich schon wieder am Ende der Geschichte! Jetzt roll ich den Wurmboxknäuel von Anfang an süferlig (=sorgfältig) auf. Schritt für Schritt zur Do-It-Yourself Wurmbox.

© evarin20 - Fotolia.comAngefangen hat meine Wurmboxbegeisterung bereits letztes Jahr, in meiner ersten Balkon-Garten-Saison. Zur Tat geschritten bin ich jedoch erst heuer im Frühjahr: Ich habe mir meine eigene Wurbox gezimmert! Nach tagelangen Recherchen im World Wide Web und hin- und herlesen in meinem „Handbuch Bio-Balkongarten“ von Andrea Heistinger. Und einem mehrstündigen Besuch im Baumarkt, bis ich mich für Material und Bauart entscheiden konnte. Hier erzähle ich euch über den Bau der Wurmbox. Zur Theorie werde ich in einem gesonderten Beitrag berichten.

Für Schnellleser: Am Ende meines Beitrages findest du das benötigte Material und die verwendeten Masse!

Klar ist, dass die Wurmbox – auch wenn dies gemäss verschiedenen Berichten möglich ist – nicht in der Wohnung zu stehen kommt. Ebenso wenig in meinem Balkongarten, da ist es zu heiss und zu sonnig. Als Standort kommt daher nur das Fensterbrett mit nordwestlicher Lage in Frage. Somit sind die Masse mehr oder weniger vorgegeben…

Im Baumarkt werden verschiedene Möglichkeiten einer Do-it-yourself Wurmbox ins Auge gefasst.

Dann wird gerechnet, geschrieben, entschieden. Meine Kompostwürmer sollen in einem Chalet wohnen! Also Holzbretter und Holzleisten in den Einkaufswagen legen, Bestellformular für den Holzzuschnitt ausfüllen und vom Säger erstaunte Blicke ernte. Er wundert sich, was ich aus all den Brettchen zimmern will. Und wundert sich noch mehr über meine Antwort ;-). Nägel und weiteres Hilfsmaterial suchen, zahlen, transportieren, sortieren.

Kurzerhand wird die Küche zur Werkstatt umfunktioniert. Als Erstes erhalten alle Bretter einen Feinschliff.

Zuerst entsteht der Boden meiner Box. Die Grundplatte ist 50 cm lang und 25 cm breit. Die Höhe der Bodenkiste beträgt 10 cm (am Schluss werde ich alle Masse nochmals zusammenfassen). Diese wird dann noch mit einer Plastikwanne nachgerüstet, sodass ich den sehr flüssigen Regenwurmhumus auffangen und verdünnt als Flüssigdünger verwenden kann.

Ich habe mich entschieden, zwei Etagen zu zimmern. Jede ist 50 cm lang, 25 cm breit und 25 cm hoch. So kann ich, wenn der eine Wohnraum aufgefüllt ist, die Würmer vor der Ernte des Wurmhumus‘ ins neue Wohnzimmer übersiedeln.

Abgeschlossen wird die Wurmbox mit einem Deckel. Er ist identisch zum Boden; bis auf das Stecksystem.

Damit ich die einzelnen Elemente sicher stapeln kann und die Stockwerke nicht plötzlich in die Tiefe rasseln, habe ich mir ein Stecksystem aus Dreieckleisten ausgedacht. Diese überragen die Etagen immer um 5 Zentimeter. Die Dreieckleisten für den Boden sind also 15 cm lang; diejenigen für die zwei Wohnetagen jeweils 25 cm, sie werden jedoch 5 cm versetzt angebracht. Im Deckel befindet sich nur noch ein 5 cm langer Puffer. Um den Säger im Baumarkt nicht noch komplett zu verwirren, habe ich mir die einen Meter langen Leisten vierteln lassen und dann aus den 25-cm-Stücken selber noch die passenden Masse gesägt. Selbst ist der Fux!

Nun brauchen die beiden Wohnetagen einen durchlässigen Boden. Lochplatten aus Metall sind mir zu teuer. Und so entscheide ich mich, das im Keller vor sich hin wartende  6-mm-Maschennetz zu verwenden. Damit es stabil genug ist und unter der Last der Würmer und ihres Futters nicht zu stark durchbiegt, nehme ich es doppelt und schraube es auf die Unterseite der Wohnetagen-Rahmen. Wichtig ist, die Aussparung für das Stecksystem nicht zu vergessen – oh Schreck! Auf das sechseckige Gitter lege ich eine Schicht Gartenvlies, sodass weder Erde, organische Abfälle noch Würmer baden gehen.

Da meine Wurmbox draussen auf der Wetterseite steht, erhält sie als Finish einen Anstrich aus Holzöl auf pflanzlicher Basis. Diesen bringe ich nur äusserlich an und hoffe, dass er meine Box vor einer allzu schnellen Verwitterung schützt.

So, nun ist die Box ready und wartet auf ihre Bewohner! Wie die Würmer in ihr Chalet einziehen und es beleben werden, werde ich euch im 2. Akt meiner DIY-Wurmbox-Berichtfolge schildern.

Zusammenfassung

  • Verwendetes Holz
    • Leimholz aus Fichte, FSC-zertifiziert, 18 mm
    • Dreieckleiste Fichte, 25×25 mm
  • Masse der Wurmbox in Zentimetern (Länge x Breite x Höhe)
    • Boden – 50 cm x 25 cm x 10 cm
    • 1. Wohnetage – 50 cm x 25 cm x 25 cm
    • 2. Wohnetage – 50 cm x 25 cm x 25 cm
    • Deckel – 50 cm x 25 cm x 10 cm
  • Benötigte Zuschnitte
    • 6 Bretter à 50 cm x 25 cm (Boden- und Deckelplatte sowie 4 Längsseiten-Wände für die beiden Wohnetagen)
    • 4 Bretter à 50 cm x 10 cm (Längsseiten-Wände für Boden und Deckel)
    • 4 Bretter à 25 cm x 25 cm (Kurze Seitenwände für die beiden Wohnetagen)
    • 4 Bretter à 25 cm x 10 cm (Kurze Seitenwände für Boden und Deckel)
    • 8 Dreieckleisten à 25 cm
    • 4 Dreieckleisten à 15 cm
    • 4 Dreieckleisten à 5 cm
  • Weiteres Material
    • Schleifpapier und Schleifblock
    • Nägel oder Schrauben, Hammer oder Schraubenzieher
    • Maschendraht oder Lochgitter als durchlässigen Boden für die beiden Wohnetagen, Zange
    • Vlies, um die beiden Wohnetagen auszukleiden
    • Holzöl oder Ähnliches und Pinsel
    • evtl. Säge, um die Dreiecksleisten selber zu zu schneiden.
    • Plastikbox als Auffangschale des flüssigen Wurmdüngers im Boden der Wurmbox.

© evarin20 - Fotolia.com

Hui, ich glaub, jetzt seid ihr bereit, um euch eure eigene Wurmbox zu zimmern! Wer wagt’s? Lasst ihr es mich wissen? Das tät mich wahnsinnig freuen!

Ich lasse es euch wissen, sobald die Würmer eingezogen sind – versprochen!

Euer VeganFox.

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Ein Gedanke zu „Da ist der Wurm (noch nicht) drin! DIY-Wurmbox – 1. Akt

  1. Das ist ja mal eine detaillierte Anleitung! Bin schon schwer am überlegen – mit einem Angelkind im Haushalt braucht man durchaus einen Wurmvorrat. Ich schätze mal, die Tierchen dienen bei Dir eher als Humuslieferant oder können die noch was anderes? Na, falls ich nach meinem derzeitigen Projekt (Outdoor-Küche plus Sitztruhe) noch Lust auf Holzverarbeitung habe, sag ich Bescheid!

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