Milch – natürlich gesund und gut? Gedanken zum Tag der Milch

Hey Folks!

Heute wird schweizweit der Tag der Milch gefeiert: „Swissmilk feiert am 20. April den Tag der Milch 2013 in der ganzen Schweiz. Es werden Milch und Milchshakes ausgeschenkt und spannende Events rund um die Milch veranstaltet.“

Milch und Spiele fürs Volk, Qual und Leid für die Tiere.

Warum die Kühe und ihre Kälber leiden? Das möchte ich dir heute kurz erläutern. Denn ich möchte, dass es meinen Friends besser geht und sie genau so das Leben geniessen können wie ich. Hast du auch schon mal ein Kalb über die Wiese hüpfen sehen? Das ist Lebensfreude pur! Leider ist diese nur von kurzer Dauer.

Milch – was bedeutet dies für die Tiere?

Wie alle Säugetiere produziert auch die Kuh Milch, um ihr Junges zu säugen und aufzuziehen. So weit, so gut.

Nicht so gut ist es hingegen, dass die Kälber ihren Müttern meist unmittelbar nach der Geburt weggenommen werden. Die Kälber werden getrennt von ihren Müttern in separaten Einzel-Boxen gehalten; diese Haltung verhindert, dass die Kälber aneinander saugen und so die Euter der angehenden Milchkühen verletzten können. Oft schreit das Kalb verzweifelt nach seiner Mutter. Eine Bindung zwischen Mutter und Kind aufzubauen ist nicht möglich. (Hier gibt’s mehr Infos.)

Damit die Milchleistung der Milchkühe konstant hoch bleibt, werden diese immer wieder geschwängert. Dass dabei ein hofeigener Zuchtstier verwendet wird, ist längst passé. Die Samen stammen aus einer Samenbank, werden online gekauft und die Besamung erfolgt vom Bauern oder Tierarzt auf dem Hof. Über die Bullenhaltung und deren industrielle Nutzung werde ich in diesem Beitrag nicht näher berichten.

Zurück zur Kuh. Ihre Milchleistung steigert sich kurz nach der Geburt für rund sechs Wochen, bevor sie dann langsam wieder abnimmt. Meist wird sie wenige Wochen nach dem Gebären von Neuem gedeckt. Dieses Prozedere wiederholt sich bis zu vier Mal, damit die angestrebte Milchleistung der Milchkuh erreicht wird. Nach vier bis fünf Jahren ist die Kuh ausgezehrt, ihrem Leben wird ein Ende gesetzt. Brisant: Sie könnte bis zu zwanzig Jahren alt werden. Und über die Tierhaltung haben wir da noch nicht gesprochen.

Was passiert mit den Kälbern? Männliche Kälber leben gerade mal sechs Monate, bevor sie zu Kalbfleisch verarbeitet – sprich: getötet – werden. Einige dürfen etwas länger leben und werden weiter gemästet, so dass sie als Rindfleisch beim Metzger und in den Regalen der Grossverteiler landen. Die Kalbfleischproduktion ist also ein mörderisches ‚Nebenprodukt‘ der Milchproduktion. Weibliche Kälber treten das Erbe ihrer Mütter an.

Die Muttermilch der Kuh wurde zweckentfremdet und ist nun für die Menschenkinder bestimmt. Darüber möchte ich im nächsten Abschnitt berichten.

Milch – was bedeutet dies für uns Menschen?

Swissmilk bewirbt uns mit dem Slogan „3 am Tag“, der besagt, dass 3 Portionen Milch pro Tag gesund seien. Komisch. Denn ich kenne kein anderes Säuge-Wesen, das a) nach dem Säuglingsalter weiterhin Muttermilch zu sich nimmt und b) die Muttermilch anderer Spezies konsumiert. Warum sollte ausgerechnet für uns Menschen Kuh-Mutter-Milch gesund sein? Nicht umsonst haben wohl rund drei Viertel der Weltbevölkerung eine Laktose-Intoleranz.

Ob Milch nun wirklich gesund ist oder nicht – auf diese Debatte mag ich heute nicht einsteigen. Aus meiner Sicht reicht bereits die oben aufgeführte Überlegung, dass Kuh-Milch für Kälber und nicht für Menschen bestimmt ist.

Vielleicht erinnerst du dich an andere Werbesprüche der Milchindustrie? Da wird behauptet: „Milch macht starke Knochen.“ Dabei nimmt man Bezug auf das Kalzium in der Milch. Tatsächlich enthält ein Deziliter (100ml) Milch mit 120 mg eine hohe Dosis des wichtigen Vitalstoffes. Doch kann vom menschlichen Körper davon nur ca. ein Drittel aufgenommen werden. Schuld daran sind unter andrem die tierischen Proteine. Deren schwefelhaltigen Aminosäuren und das Natrium führen zum Kalziumverlust.

Die Bioverfügbarkeit des Kalziums ist bei pflanzlichen Produkten, wie beispielsweise dem Broccoli, viel höher. So können von den 105 mg Kalzium, die in 100 Gramm Broccoli stecken, 58% verwertet werden. Wo steckt noch Kalzium drin? Du findest ihn in Fenchel und Lauch genauso wie im Weizenvollkornbrot oder Amaranth. Auch Haselnüsse, Sesamsamen, getrocknete Feigen oder Aprikosen sind Kalzium-Lieferanten. Ideal also, um dein morgendliches Müesli aufzupeppen!

Milch – was bedeutet dies für die Umwelt?

Der Klimawandel ist in aller Munde. Im wahrsten Sinn des Wortes. Leider wird der Zusammenhang zwischen CO2-Emission und Ernährung selten aufgezeigt. Doch gerade die Milchprodukte gehört zu denjenigen Nahrungsmitteln, die mit ihrer Ökobilanz ziemlich schlecht abschneiden.

Milch – was nehm ich denn stattdessen?

Es gibt viele pflanzliche Alternativen. Einige gluschtige Rezepte habe ich euch bereits auf meinem Blog vorgestellt. Und auch das Internet ist voll von tollen Rezepten, die ganz ohne Milchprodukte auskommen und genau so lecker schmecken!

Besonders hervorheben möchte ich das Buch „Vegane Milchshakes“, welches 60 Rezepte für köstliche, gesunde und rein pflanzliche Shakes aufführt. Mehr dazu in meinem Beitrag.

Selbstverständlich gibt es auch in den Supermärkten und den Reformhäusern fixfertige Produkte wie Milch, Joghurt, Quark, Käse, Rahm, Butter – mit 100% pflanzlichen Zutaten. Erste Hinweise findet ihr hier. Da diese jedoch nicht so bezeichnet werden dürfen, heissen sie beispielsweise Reis-Drink, Soygurt, Schlagcrème oder Margarine. Auch Schokolade ist ohne Milch erhältlich.

Super Saucen stelle ich aus Nuss-Musen her – es muss nicht immer eine Milchalternative aus Soja sein. Mit Nuss-Musen wie weisses Mandelmus, Cashew-Mus oder Erdnuss-Mus lassen sich herrlich crèmige Saucen in allen Geschmacksvarianten zaubern.

Und was bleibt?

Überleg dir doch mal, ob es wirklich jeden Tag Milch und Milchprodukte auf deinem Speiseplan braucht. Suche dir leckere vegane Rezepte und baue sie regelmässig in deinen Speiseplan ein. Dein Körper, die Tiere und die Umwelt werden dir danken.

Schelmische Grüsse von eurem VeganFox, heute im Kuh-Kostüm im Einsatz für eine lebenswertere Kuh-& Kalb-Zukunft. Hilfst du mit? Ich tät mich riesig freuen!

Quellennachweise

  • Swissmilk – Die Organisation Schweizer Milchproduzenten SMP vertritt als nationale Dachorganisation zusammen mit ihren regionalen Mitgliedsorganisationen die Interessen von rund 25’000 Milchproduzenten.
  • Info-Dossier ‚Milch‘ von tif (Tier im Fokus) – tif ist ein gemeinnütziger Verein, der sich um ehemalige Nutztiere kümmert und sich in seiner Aufklärungsarbeit für die Rechte der Tiere einsetzt. Im Zentrum stehen die ethischen, ökologischen, politischen und gesundheitlichen Aspekte unseres Umgangs mit Tieren.
  • Info-Dossier ‚Warum keine Milch‘ der VGS – Die Vegane Gesellschaft Schweiz fördert den Veganismus.
  • Kursunterlagen ‚Vitalstoffe und ihre Wirkung. Einsatzmöglichkeiten von Vitaminen und Mineralien in der Prävention‘ von Sybille Binder-Schai, Zollikon.
  • Fotos: fahre über das Foto und du findest den Quellen-Nachweis sowie das Copyright. Respect!
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