Füchsische Gedanken zum Tag der Ausgeglichenheit, der Herbst-Tagundnachtgleiche

Abbildung Jahreslauf. Aus: Tscharner, Gisula & Knieriemen, Heinz. 2001. Hexentrank und Wiesenschmaus. Seite 8.Hallo! Hier melde ich mich wieder, ich, der VeganFox!

Schlau wie ich bin, will ich mich heute zu einem extrem spannenden Phänomen äussern. Ich hoffe, du bist mit dabei, liest und denkst mit. Und wer weiss – also ich, der schlaue Fux, hoffe es – vielleicht hinterlässt du mir ja sogar einen Kommentar, was du dazu denkst. Das wäre echt der Wahnsinn! Denn so gerne ich parlieren mag, so gerne höre und lese ich auch die Meinung anderer. Schliesslich heisst mein Blog ja nicht einfach VeganFox, sondern VeganFox & Friends!

Aber bevor ich mich jetzt hier weiter in der Einleitung verliere und in unwichtigere Dinge abdrifte, komme ich zum eigentlichen Thema meines Beitrages. Es geht nämlich um den Tag und die Nacht. Ich mein, für uns alle ist es ja so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche, dass der Tag mit der Nacht endet, die Nacht am Ende des Tages beginnt, die Nacht mit dem Tag endet und der Tag am Ende der Nacht beginnt. Und es wohl noch viele Fuchsleben lang so weiter gehen wird. Logo, oder?!?

Hey, ich habe jedoch gemerkt, dass der lichte Tag und die Nacht nicht immer genau gleich lang sind. Es scheint, als würden die miteinander streiten – und manchmal gewinnt der Tag, manchmal die Nacht. Ja, ich weiss, das war jetzt einwenig eine plumpe Erklärung. Ich bin mir sicher, ihr seid genau so schlau wie ich und euch ist klar, warum die Tage und Nächte manchmal kürzer und manchmal länger sind. Jedenfalls ereignet sich zwei Mal im Jahr etwas ganz Besonderes: Tag und Nacht sind GENAUGLEICH lang!! Sie sind also vollkommen ausgeglichen und in Balance! Das haben bereits unsere Vorfahren gemerkt und gewusst und daher an diesem Tag ein Fest gefeiert: Tagundnachtgleiche. Schlauer Bauer!

Ich weiss nicht, wo du wohnst. Ich jedenfalls habe meinen Bau im Herzen Europas, in der Schweiz. Hier erlebe ich und meine Mitwelt den Wandel der Jahreszeiten ganz intensiv: In einem Buch, das mir mal in die Pfoten gefallen ist, schreibt die Autorin dazu: „Der Mensch in Nordeuropa erfährt und empfindet besonders eindrücklich den Wechsel der Jahreszeiten: den eiskalten Winter, den hoffnungsvollen, lebenserweckenden Frühling, den fruchtbaren, warmen Sommer und den farbigen und früchtespendenden Herbst.“ (Susanne hiess diese schlaue Frau). Also, ich weiss nicht, wie es euch ergeht – aber ich LIEBE den Herbst! Da schlägt mein Fuchs-Herz höher ob all den prächtigen Farben und den Leckereien, mit denen Mutter Natur meinen Tisch deckt. Da kann ich mir mächtig den Bauch voll schlagen und ein Reservepolster für den kalten Winter anlegen. Hach!

Nun bin ich, der schlaue Fuchs, der durchaus einwenig verfressen ist, wieder abgedriftet. Und bis Erntedank müssen wir uns ja auch noch einwenig gedulden. Aber wie sagen die Zweibeiner so schön: Vorfreude sei die schönste Freude.

In einem anderen Buch – und das hat durchaus mit Essen zu tun – habe ich eine so schöne, farbige Abbildung gesehen, die ich euch nicht vorenthalten will. Die kreative Frau Tscharner streift wie ich enorm gerne durch die wilde Natur, sammelt, pflückt und heimst ein, was sie finden kann. Für sie sind die Jahreszeiten und den Wandel derselben sehr wichtig. Darum hat sie dazu gezeichnet. Da ich das niemals so schön könnte wie sie, nehm ich einfach ihr Bild – et voilà:

Abbildung Jahreslauf. Aus: Tscharner, Gisula & Knieriemen, Heinz. 2002. Hexentrank und Wiesenschmaus. Seite 8.

Die Abbildung zeigt die acht Speichen des keltischen Sonnenjahres, welche durch die vier Feste der Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen einerseits und die drei Hexenfeste sowie Brigitten andererseits gebildet werden. Sie macht zudem die Zuordnung des christlichen Festkalenders in den Lauf des Jahres sichtbar. Damit du das verstehst, hole ich noch einwenig weiter aus und gehe viele, viele tausend Fuchsgenerationen zurück in die Vergangenheit. Also, Menschen hat’s da schon gegeben – denn sie waren diejenigen, die Feste und Rituale feierten. Für mich reicht es, wenn ich mir den Bauch mit Beeren vollschlagen kann – das ist mir Fest genug 🙂

Im Laufe der Menschheit haben sich über die Jahrtausende Riten, Mythen und Feste verändert und neue Formen angenommen. In unserem Kulturkreis – also da, wo ich meinen Fuchsbau habe und weiter nördlich – haben sich keltische und germanische Traditionen mit christlichen vermischt. Im Zuge der Christianisierung Europas wurden Feste mit christlichem Inhalt in unmittelbarer nähe zu den heidnischen Festagen eingeführt und ihre Aussage gemäss der kirchlichen Lehre umgewandelt. Da ist jetzt einwenig schwere Kost und schon fast einwenig philosophisch. Aber so kannst du vielleicht das tolle farbige Bild etwas besser lesen. Stimmt’s?

Nun zurück zu diesem speziellen Tag heute. Der lichte Tag und die Nacht sind im steten Wandel. Heute nun sind sie total ausgeglichen, will heissen, genau gleich lang. Also, um ganz, ganz genau zu sein, beginnt dieses Spektakel gemäss Wikipedia heute, dem 22. September 2012 um 16:49 MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit). Hey, und wenn du echt punkten und voll schlau sein willst – dann sag einfach, heute sei ein Äquinoktium (ein extrem schlaues Wort für Tag-und-Nacht-Gleiche). Cool, oder?

Was mich eher nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass ab morgen der lichte Tag immer kürzer und die Nächte immer länger werden. Da muss ich schon mal kurz leer schlucken. Also keine langen Parties mehr bei Sonnenuntergang, am Morgen komm ich schlecht aus den Federn – ähm, nein, Moment mal, da stimmt was nicht… – also aus dem Bau und manchmal werd ich ob der kurzen Tage fast einwenig melancholisch. Geht es dir gelegentlich ebenso?

Naja, ein extrem schlauer Bauer oder eher Gelehrter hat mal gemeint, dass das bewusste Erleben der verschiedenen Jahreszeiten uns die Höhen und Tiefen, die Breiten und Längen unseres Lebens und Seins aufzeigen. Hat wohl einen Funken Wahrheit, was da der Herr Joseph Campbell aufs Papier gebracht hat. Ich mein, mein Leben hat nicht nur lichte Tage, es gibt auch düstere Phasen (wenn rübis-stübis alles Obst verzehrt ist…). Und oft kann ich es nicht ändern. Es bleibt mir schlussendlich nichts anderes übrig, als mich in das Unabwendbare zu schicken.

Und so können wir uns heute auf das Kommende einstimmen. Die Herbst-Tagundnachtgleiche ist wie eine Zäsur – ein Wechsel von aussen nach innen.

Vielleicht magst du dir überlegen, was es denn für dich sein könnte. Worauf freust du dich wieder, wenn die Temperaturen sinken, die Nächte länger werden? Ein gemütliches Schlemmeressen mit Freunden? Auf dem Sofa mit einem spannenden Buch abhängen?

Vielleicht magst du auch würdigen, was dir die lichte Jahreshälfte geschenkt hat? Bei mir waren es tolle Tage in der Badi am See, mein blühender Balkongarten, ein wunderbarer Töffurlaub durch die französischen Alpen bis an die Cote d’Azur.

So, genug der Philosophie für heute! Ganz praktisch möchte ich dir passend zum Jahreskreis ein tolles Rezeptbuch vorstellen: Hextentrank und Wiesenschmaus. Ich hab die Autorin weiter oben bereits erwähnt. Die Rezepte aus der wilden Weiberküche werden mit den Zutaten zubereitet, welche uns die Natur im Lauf des Jahres schenkt.

Tscharner, Gisula & Knieriemen, Heinz. 2002. Hexentrank und Wiesenschmaus. Rezepte aus der wilden Weiberküche. Aarau, AT Verlag.

Kennt dieses Buch jemand von euch bereits? Falls du eine Buchrezension dazu schreiben magst, kontaktiere mich!

Hey, ich wünsch dir einen tollen, ausgeglichenen Tag! Zudem freue ich mich auf Rückmeldungen von dir zu meinem Beitrag. Das wäre echt super und voll der Hammer!

Dein VeganFox.

Literatur & Buchempfehlungen:

  • Tscharner, Gisula. 2002. Hexentrank und Wiesenschmaus. Rezepte aus der wilden Weiberküche. Aarau: AT Verlag.
  • Fischer-Rizzi, Susanne. 2001. Botschaften an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftenden Räucherwerk. Aarau: AT Verlag.
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